Aktualisiert am 22/04/2026
Hochzeiten sind wunderschön. Und sie sind, wenn man ehrlich ist, auch ziemliche Ressourcenfresser. Dekoration, Blumen, Kleid – vieles davon wird einmal verwendet und danach nie wieder. Und so freue ich mich jedes Mal besonders, wenn ein Paar seinen eigenen Weg geht und sich fragt: Woher kommen die Blumen? Muss es wirklich ein neues Kleid sein?
Für dieses Styled Shoot in Zürich (stellvertretend für viele nachhaltige Hochzeiten in der Schweiz) haben wir uns mit eben jenen Fragen beschäftigt. Unser Ziel: den ökologischen Fussabdruck so klein wie möglich zu halten. Mit Slowflowers, einem Sommerkleid aus zweiter Hand und Deko, die zusammengesucht statt neu gekauft war.
Lokale und saisonale Schnittblumen, die ohne Pestizide auskommen
Zum ersten Mal von Slowflowers gehört, habe ich durch Maja Bartholet und ihr Label Fleuraissance. Sie gehörte zu den ersten Farmer-Floristinnen in der Schweiz und zog ihre Blumen in ihrem Stadtgarten in Zürich-Seebach. Ob Brautstrauss, Blumenkranz oder Tischgesteck, die Zutaten kamen frisch aus dem Garten. Für dieses Shooting sind die Blumen genau einen Kilometer gefahren. Nach Zürich Oerlikon, auf ein altes Industrieareal.
Bei Maja durfte ich lernen, wie abwechslungsreich das Schnittblumenjahr ist. Wer sich für lokal angebaute Blumen entscheidet, entscheidet sich für ein saisonales Angebot – in den Strauss kommt, was gerade in voller Blüte steht. Und wichtig: Slowflowers bekommen keinerlei Pestizide ab. Das ist nicht nur gut für die Insekten, die sich davon ernähren, sondern auch für alle, die die Blumen schliesslich in den Händen halten.
Fleuraissance ist heute leider nicht mehr aktiv. Doch die Slowflower-Bewegung in der Schweiz wächst – viele neue Farmer-Floristinnen sind in Majas Fussstapfen getreten.
Wer sagt, dass es ein Brautkleid sein muss?
Anastasia trägt auf diesen Bildern kein klassisches Brautkleid, sondern ein secondhand Sommerkleid. Es gibt schliesslich keine Pflicht, am Hochzeitstag ein «richtiges» Brautkleid zu tragen. Was zählt, ist dass du dich darin wohl und wie du selbst fühlst.
Wenn dich das Thema Secondhand-Brautkleid interessiert, habe ich dazu einen eigenen Beitrag geschrieben. Secondhand-Brautkleid: Kaufen und verkaufen
FAQ: Slowflowers für die Hochzeit in der Schweiz
Die folgenden Antworten basieren auf einem Interview mit Maja.
Der Begriff kommt aus den USA, angelehnt an die Slow-Food-Bewegung. Gemeint sind Schnittblumen, die saisonal, regional und ohne Pestizide angebaut werden – im Rhythmus der Natur, nicht im Rhythmus des Weltmarkts.
Kein Pestizideinsatz, nur organische Düngung, keine Treibhauszucht. Was gerade wächst, kommt in den Strauss.
Ja! Wer früh bucht, kann sogar bestimmte Farben extra anpflanzen lassen.
Genauso vielversprechend. Der Fokus liegt dann auf einheimischen Trockenblumen, Blütenständen und immergrünen Komponenten.
Ja, und zwar bedenkenlos. Konventionelle Blumen hingegen sind fast immer mit Pestiziden oder Fungiziden behandelt und haben nichts auf Lebensmitteln zu suchen.
Über das Verzeichnis der Slowflower Bewegung. Zum Verzeichnis der Slowflower Bewegung
Wer neugierig ist, wie vielfältig das Slowflowers-Jahr ist, darf hier eine Übersicht von Maja herunterladen. Lade die Slowflowers-Liste herunter
Styled Shoot: Nachhaltige Herbsthochzeit in Zürich
Das Team hinter dieser schönen Inspiration:
Braut: Anastasia Lau
Blumen und Deko: Fleuraissance (nicht mehr aktiv)
Haarstyling & MakeUp: Reslie Mundwiler
Fotografie: Stephanie Wittmer

[…] Kein Fest passiert ohne ökologischen Fussabdruck. Für alle, die diesen möglichst klein halten wollen gibt’s aber einige tolle Bezugsquellen für Bastelmaterial und Dekoelemente. Diese sind ausserdem auch budgetfreundlich: Brockenhäuser, Hochzeitsbörsen (z.Bsp. auf Facebook), Tutti und Ricardo, gehören dabei sicher zu den beliebtesten. Heiraten könnt ihr übrigens sogar mit regionalen und pestizidfreien Bluemen, den sogenannten Slowflowers. […]